Wie pflege ich meine neue Wanne?

Jetzt haben Sie sich endlich Ihrer alten Wanne entledigt und eine schöne, hochglänzende emaillierte Neubau-Wanne einsetzen lassen, schon fragen Sie sich, wie halte ich die Wanne lange sauber und glänzend? Schließlich soll sie nicht wieder so hässlich und ungepflegt aussehen wie die alte Wanne.

Die beiden Hersteller KALDEWEI und BETTE halten sich bedeckt in ihren Aussagen:

KALDEWEI schreibt: „Wo nicht einmal kleinste Kratzer entstehen, sammeln sich auch keine Bakterien. Ein feuchtes Tuch genügt zur Reinigung “.

BETTE formuliert es so: “Die Oberfläche kann nur durch grobe Gewalteinwirkung zerstört werden … schlagfest, strapazierfähig … beständig auch gegen aggressive Flüssigkeiten und Scheuermittel“.

Merken Sie was? So richtig festlegen möchte sich hier keiner, am Ende kommt noch ein Kunde auf die Idee, seine Wanne kräftig mit Scheuerpulver zu misshandeln, um danach den Wannenhersteller in Regress zu nehmen.

Wir hören aber immer wieder, dass unsere Kunden Angst haben, die neue Wanne mit Scheuermilch zu reinigen, und fürchten alles zu zerkratzen. Diese Angst resultiert aus schlechten Erfahrungen mit der alten Wanne. Und bei dieser handelt es sich fast immer um eine alte Gusswanne mit empfindlicher Oberfläche. Aber das heutzutage hergestellte Email ist säurebeständig und wird daher niemals so aussehen wie die alte Wanne.

Deshalb brauchen Sie auch keine Angst vor Badreiniger-Sprays haben. Zwar stehen auf den Flaschen im Kleingedruckten oft Warnhinweise wie „nicht auf Email und säureempfindlichen Oberflächen anwenden“. Damit ist aber immer nur das alte Email von Gusswannen gemeint. Bei Ihrer neuen Wanne können Sie auch solche Sprays verwenden: heutzutage produzierte Stahl-Email-Wannen sind säurefest. Aber bei alten Gusswannen darf man solche Mittel auf keinen Fall verwenden. Tut man es doch, kann man später genau sehen, an welchen Stellen der Badreiniger auf die Wanne gespritzt wurde, er hat sich dort richtig ins Email geätzt.

Im Internet finden sich zahlreiche Reinigungs-Empfehlungen: sei es Essigessenz oder Zitronensäure mit Wasser verdünnt auf einem Schwamm. Oder auch ein Brei aus Salz und Essig, möglichst noch lange einwirken lassen. Andere empfehlen Schmierseife oder Einweichen mit Waschpulver über Nacht.

Abgesehen davon, dass all diese aufwändigen Reinigungsempfehlungen bei Ihrer neuen Wanne überhaupt nicht erforderlich sein werden, können Sie der Emailoberfläche Ihrer alten Gusswanne damit den Todesstoß versetzen. Essig über Nacht auf säureempfindlicher Oberfläche! Bitte nicht.

Eine Stahl-Email-Wanne moderner Bauart können Sie bedenkenlos mit allen möglichen Reinigungsmitteln pflegen: Mikrofasertuch, Scheuermilch, Badspray …

Solange Sie nicht mit grober Gewalt vorgehen, bleibt die Oberfläche glatt und glänzend wie am ersten Tag.

Dennoch bedenken Sie bitte, auch Email ist nicht unverwüstlich: aggressives Kratzen mit Haushalts-Klingen oder scharfkantige Gegenstände, die in die Wanne fallen, können durchaus Schäden auf der Oberfläche hinterlassen.

Noch ein Hinweis: alles Gesagte gilt natürlich nicht für Acryl-Wannen. Diese haben eine empfindliche Oberfläche und dürfen keinesfalls mit all den genannten Mitteln behandelt werden.

Mietminderung wegen der Badewanne?

Meist macht man sich wenig Gedanken über die Badewanne in seiner gemieteten Wohnung, außer wenn sie Probleme macht. Dass die einwandfrei funktionierende Wanne ein zentraler Bestandteil der Wohnung ist, erkennt man auch daran, dass man sogar die Miete mindern darf, wenn die Wanne Mängel hat, auch wenn diese nur oberflächlich sind und die Wanne durchaus trotzdem benutzbar erscheint.

So hat das Landgericht Stuttgart bereits im Jahr 1987 entschieden, dass die Miete um etwa 3 % gemindert werden darf, wenn die Oberfläche der Badewanne besonders rau ist und nicht mehr vertragsgemäß genutzt werden kann (LG Stuttgart, Urteil vom 13.05.1987 – 13 S 347 / 86, WM 1988, S. 108). Voraussetzung ist allerdings, dass der Schaden nicht durch unsachgemäße Pflege durch den Mieter zu vertreten ist.

Der Spieß kann auch umgedreht werden, wenn nämlich der Mieter die Wanne über Jahre hinweg nicht ordnungsgemäß gereinigt hat. Ist die Wanne aus diesem Grund stark aufgeraut, kann der Vermieter sogar Schadensersatz verlangen, hat das Landgericht Düsseldorf im Jahr 1994 entschieden (LG Düsseldorf 24 S 289 / 94, DWW 96, S. 281). Dieser Vorwurf der unsachgemäßen Reinigung der Badewanne ist allerdings nicht mehr haltbar, wenn die Wanne mehrere Jahrzehnte alt ist oder wenn es sich sogar noch um eine alte Gußwanne handelt. Alte Gußwannen haben eine dicke, säure-empfindliche Emailschicht. Sie vertragen keinen Kalkentferner oder Badspray und haben in den allermeisten Fällen stark angegriffenen Email-Oberflächen.

Egal wie man die Sache dreht und wendet, ist die Beschaffenheit der Badewanne zu beanstanden, sollte man als Mieter das Gespräch mit dem Vermieter suchen. Die Rechtslage ist eindeutig, es ist Sache des Vermieters, für eine Badewanne mit glatter, hygienisch einwandfreier Oberfläche zu sorgen. Dabei ist eine Sanierung der Badewanne weder eine Modernisierung noch eine Wohnwertverbesserung, wie manche Vermieter gerne glaubhaft machen wollen. Auch die Kosten dafür sind zu 100% vom Vermieter zu tragen.

Badewannen-Beschichtung oder Acryleinsatz?

Hier ein paar ältere Gerichtsurteile, die bei der Entscheidung weiterhelfen können, ob Wanne-in-Wanne / Wanneneinsatz / Beschichtung eine vollwertige Alternative zum Badewannenaustausch sind…

Bei der Beschichtung einer Badewanne handelt es sich nur um eine Ausbesserung minderer Qualität. Ein Vermieter kann bei einer stark aufgerauten Wanne vom Mieter der Einbau einer neuen Wanne verlangen, mit einer Beschichtung ist es nicht getan (LG Düsseldorf AZ 24 S 289 / 94).

Ein Acryleinsatz (bekannt auch als „Wanne in Wanne“) kann den Platz in einer Wanne durchaus um 20 cm verkleinern. Das bewirkt eine erhebliche Minderung des Badegenusses. Zwar ist auch eine stark verkürzte Badewanne zum Zweck der Körperpflege nutzbar, aber die Bewegungsfreiheit ist hier sehr eingeschränkt (AG Dortmund AZ 136 C 237 / 88).